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Unser Team-Captain im Interview

Hallo Holger! Auch bei dir möchte ich mich zunächst für deine Zeit und Bereitschaft für das Interview danken. Deine vier Mitspieler haben es vorgemacht und daher ist die erste Aufforderung wenig überraschend: Bitte stelle dich den Lesern zunächst einmal vor.

  • Hallo Christof und auch Danke von meiner Seite dem Interview beiwohnen zu dürfen. Ja wer bin ich? Mein Name ist Holger Ilukin. Dem Namen ableitend erkennt man schnell, keinen rein Deutschen Ursprung habe ich nicht. Neben der deutschen Seite habe ich auch russisch/asiatische Wurzeln. Mein Geburts- und Wohnort ist Frankfurt am Main. Ich bin 35 Jahre alt und meine Hobbys waren 15 Jahre lang Fußball. Verletzungsbedingt musste ich dann zum Fitnesssport schwenken, welchen ich bis heute leidenschaftlich verfolge. Das Gaming begleitet mich natürlich gefühlt seit meinem sechsten Lebensjahr, aber das war noch an der Konsole mit Spielen wie Mario Brothers. Von 1999 bis 2009 habe ich die ersten CS-Versionen gespielt einschließlich der Version 1.6. vom Public-Gamer konnte ich mich bis in die deutsche höchste Spielerklasse, der EPS, hocharbeiten. Meine Rollen im Team waren damals wie heute IGL und Lurker.

Du selbst hast auffallend viel Erfahrung in Counter-Strike. Angefangen hat alles bereits in der Beta von Counter-Strike, sprich im vergangenen Jahrtausend! Wie hat sich für dich das Spiel in den 20 Jahren verändert?

  • Ich habe 2009 wie gesagt aufgehört. 2018 kam dann recht unerwartet mein aktives Comeback. Jedoch verfolgte ich die Szene weiterhin. Was hat sich geändert. CSGO fühlt sich wie die 2.0 Version von 1.6 an. Natürlich mit Einschränkungen und/oder Neuerungen. Dem klassischen Russenduck beispielsweise trauere ich hinterher. Neben den etwas moderneren, aber dennoch veralteten Texturen, hält sich aber der alte Flair wie damals. CS ist und wird immer CS bleiben! Strategisch sind aber durch die intensiveren Utility Optionen (Molotow etc.) viele neue Möglichkeiten in das Spiel implementiert worden. Doch generelle Basics wie Teamplay, Gameread, Umschaltspiel und individuelle Klasse haben heute wie damals einen deutlichen Einfluss auf den Verlauf eines Matches.

Als alter CS-Hase kann ich dir da nur zustimmen. Dazu warst du CS nicht immer treu. Du hast deine CS-Maus eigentlich an den Nagel gehängt und eine zweite, ebenfalls erfolgreiche Karriere in Guildwars gehabt. Wie kam es zu diesem Wechsel und welche Erfolge hattest du in GW erreicht?

  • Das ist richtig. Nach 2009 war die Luft raus. Die Relegation zur EPS scheiterte mit einem orgless EAS Div 1 Slot. Es war mein finales Projekt, das hatte ich mir geschworen. Hätten wir uns qualifiziert: ich glaube ich hätte trotzdem aufgehört. Mir hat einfach nach 10 Jahren die Leidenschaft gefehlt. Darum suchte ich neue Herausforderungen und beschäftigte mich mit MMO PVP E-Sport. Neben GW2 zählen auch die Vorgängerversion GW1 und WoW dazu. Zur deutschen und europäischen Meisterschaft in GW, gesellen sich in der Nations Worldcup in GW2 dazu. In den Playoffs war aber Schluss. Trotzdem freue ich mich eine Top 30 Weltplatzierung erreicht zu haben. In WoW PVP Arena hatte ich die Möglichkeit mit meinem Team die Blizzcon Qualifikation spielen zu dürfen. Es blieb bei dem Versuch, da der finale Sprung durch knapp verlorene Matches leider nicht möglich war.

Und dennoch führte dich der Weg zurück zu Counter-Strike. Woher der Sinneswandel und vielleicht viel wichtiger: Was hast du mit deinen inzwischen 35 Jahren in CS noch vor?

  • Lukrative Angebote gab es während meiner inaktiven Zeit immer wieder, um in die Szene zurückzukehren. Doch ich lehnte stets ab. Für mich war die Geschichte eigentlich gegessen in CS aktiv zu spielen, doch 2018 sagte ich einem ehemaligen Teammate von mir zu ein paar gemeinsame Matchmakings zu spielen. Diese Spiele entfachten meine Leidenschaft für CS erneut, so das die ersten Steine zum Comeback gelegt wurden. Da ich aber den Anspruch habe soweit es geht nach oben zu kommen, versuche ich das auch in dieser CS Version wieder zu realisieren. Das Gamen und der eSport gehören zu meiner Leidenschaft und Hobby. Es sind fundamentale Teil von mir. Daher ist das Alter in meinen Augen für mich kein tragender Faktor, denn ich hatte während meiner CS losen Zeit nur das Spiel gewechselt, nicht aber aufgehört eSports zu betreiben.

Deine Aufgabe im Team ist der In-Game-Leader. Die wichtigste Aufgabe also. Doch bei einem neuen Team darf man anfangs mehr seine Spielidee vermitteln und kommt weniger zum Leiten im Spiel als zum Erklären des Spiels. Wie findest du ist die Entwicklung des Teams in den vergangenen Wochen?

  • Ich war und bin IGL in jedem Spiel. Somit war für mich CS GO nur ein Wechsel des Game-Enviroments, nicht aber ein Wechsel der Rolle. Die Prinzipien von Teamsport, ob virtuell oder real, sind in jedem Sport gleich. Es stimmt, dass das Vermitteln von Spielphilosophie, Methodik und Mindset zu aller Anfang auf der Tagesordnung steht und erst im Nachgang die strategische Spielleitung auf dem Server. Übertragen auf das Team kann ich aber soweit sehr zufrieden sein. Sie stoßen als Team immer wieder an neue Grenzen... beweisen mir jedoch von Training zu Training, dass sie es verstanden haben, als eine Unit solche zusammen zu meistern.

Ich vermute, dass du alle deine Mitspieler gar nicht mehr mit Namen kennst – falls doch: Hut ab! – dennoch stellt sich die Frage nach einem Top 5-Team von dir. Welche vier Mitspieler würdest du direkt wieder in ein Team aufnehmen?

  • Ich erinnere mich noch sehr gut an alle meine Mitspieler. Ob positiv oder negativ möchte ich aber nicht bewerten wollen ;)! Wenn ich die Frage richtig deute, entspräche wenn überhaupt das Lineup einem Allstarteam. Es gibt diese Spieler nicht mehr, aber diese schätze ich bis heute immer noch sehr. Es wären ayo, bstrd, Hunti, Xave und cHecKi. Ja es sind 5 statt 4, aber alle waren zu ihren besten Zeiten sehr starke Spieler mit tollen individuellen Fähigkeiten. Mit diesen Jungs habe ich eine sehr lange Zeit, natürlich mit dem ein oder anderen Saison versetzt, in 1.6 viele tolle wie auch prägende Zeiten bei On- und Offline-Events erlebt.

Du hast aber nicht nur Erfahrung mit Mitspielern machen können, sondern auch schon das Innenleben diverser Clans erlebt. Lustiger weise gibt es die meisten davon heute gar nicht mehr. Wenn du aber zurück blickst als sogenannter Vertragsspieler: Welche Unterschiede machst du zwischen deinen Erfahrungen in anderen Clans und teamKR aus?

  • Es gibt Unterschiede, wie auch Gemeinsamkeiten. Bei teamKR wird mir die Möglichkeit gegeben, ein ganz neues Team von Grund auf zu formen. Ich denke, das ist der größte Unterschied. Als damaliger Vertragsspieler hat man sich Saison und Zeit befristet auf Projekte eingelassen. Mal alleine, als komplettes oder partielles Rooster; gesteuert und gelenkt vom aktuellen Vertragspartner. So gesehen nicht anders als heute. teamKR verfolgt eine andere Philosophie. Man möchte ein langfristiges Projekt von Grund auf aufbauen, um die eSport relevanten Ziele zu erreichen. Es ist eine familiäre Atmosphäre und gleicht, wenn ich ehrlich bin, der guten alten Anfangszeit von Counterstrike (als es noch ein Mod von Half-Life war und es nicht immer nur ums Geschäft ging.

In deiner Vorstellung hast du erwähnt, dass du 15 Jahre lang Fußball gespielt hast, aber verletzungsbedingt aufhören musstest. Welche Verletzung hast du dir dazu gezogen und wie hat sich dein Leben mit dieser Hiobsbotschaft verändert?

  • Die Verletzung, die mich daran hinderte weiter zu spielen, war logischerweise in meiner letzten Saison als aktiver Fußballer. Neben dem eSport war das mein körperlicher Ausgleich. In der Hinrunde meiner letzten Saison als aktiver Kicker erntete ich einen Meniskusschaden und in der Rückrunde kurz vor Saisonende einen doppelten Kreuzbandriss. Beide Verletzungen am gleichen Knie. Meine Ärzte sagten mir damals, dass ich mit dem Aufbau meiner Muskulatur und ein wenig Glück "vielleicht“ wieder laufen könne. An Fußball und andere Sportarten war ab diesem Zeitpunkt natürlich nicht mehr zu denken, so dass ich neben meinem Fitnesstraining nun auch die Zeit habe, wieder aktiv die Maus zu schwingen.

Ich weiß, dass du neben deiner Fußball-Karriere, deiner erfolgreichen eSport-Karriere in CS und Guildwars 2 auch in einer anderen Phantasiewelt unterwegs warst. Und zwar in der Welt des schwarzen Auges. Ein Pen & Paper-Rollenspiel der ganz alten Schule. Kannst du aus diesem gänzlich anderen Themen irgendetwas in deine eSport-Karriere einbringen oder sind die Hobbys am Ende doch zu verschieden?

  • Ja DSA begleitete mich eine ganze Weile während meiner Schulzeit. Ich muss ehrlich gestehen, am Anfang hatte ich zwar einen Plan wie RPGs virtuell funktionieren am PC (damals hießen die Games in den 90er und frühen 2000 Diablo1, Never Winter Nights, Ultima Online etc. und nicht Witcher 3). Jedoch sich so real zusammen setzen mit Würfeln und sich als Gruppe ins Abenteuer zu stürzen weckte meine Neugier. Ich habe mich darauf eingelassen und kann wirklich Parallelen ziehen. Alles basiert auf Prinzipien, Regeln und Mechanismen und vor allem einer Sache ... das Team und seine individuellen Rollen. Also so gesehen ist es egal welches Spiel oder Sport man ausübt, sobald es um ein Team gelten die gleichen Prinzipien ... egal in welcher Phanatsiewelt ;)!

Und wir sind bereits am Ende des kleinen Vorstellungsinterviews. Vielen Dank für deine Zeit und gewiss gehören dir die letzten Worte!

  • Ich bedanke mich sehr herzlich für das Interview und wünsche dir eine schöne Zeit Timo! Ich bin überzeugt, dass wir unseren eigenen Erwartungen und denen von teamKR gerecht werden können. Daher seid gespannt auf die Zukunft, denn gut Ding will bekanntlich Weile haben! Ciao und bleibt alle gesund.
Erstellt von: Luxifa Veröffentlicht am: Aug. 2, 2020, 10:30 a.m.